Das Martin-Luther-Gymnasium ist eine riesige Wichtelwerkstatt. Jede Klasse hat etwas Besonderes für diese vorbereitet.

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Eigentlich kommt es beim Geschenk auf den Inhalt an. Das meinen Yasmin Kaynak und Emily Mittmann aus der Klasse 9d. Doch ohne kreative Verpackung sei ein Geschenk ja auch irgendwie nicht so toll. Die beiden Schülerinnen wünschen sich eine Geschenkverpackung mit viel Glitzer, die Spannung auf den Inhalt erzeugt. Das heißt, die Verpackung sollte nicht gleich den Inhalt verraten. „Im Paket müsste etwas sein, was man ihm nicht gleich ansieht, so Emily Mittmann.

Sie gehören zu der Klasse, die beim Weihnachtsmarkt am Martin-Luther-Gymnasium einen Geschenkeinpackservice anbietet. Dafür werben sie im Schulhaus mit Plakaten. „Wir packen das ein, was die Schüler und Lehrer gekauft haben.“ Für Referendar Christoph Hohmann sind es zwei Pralinenschachteln. „Wenn ich das gewusst hätte, dass hier nicht nur gezeigt wird, wie man etwas verpacken kann, hätte ich gleich alle Geschenke mitgebracht“, so Christoph Hohmann. Er verrät, dass das Verpacken nicht ganz so sein Ding sei, aber er gebe sich trotzdem viel Mühe.

Die Schüler hatten neben Geschenkpapier jede Menge Dekomaterial zusammengetragen, so dass die Geschenke nicht nur verpackt, sondern auch nach Wunsch verziert wurden. Dazu gehörten viele Schleifenbänder, Tannenzweige, Anhänger oder getrocknete Orangenscheiben.

Dass es diesen Service gibt, darauf machten auch die Schüler der Klasse 8b aufmerksam. Wer bei ihrem Flohmarkt oder der Versteigerung etwas kaufte, konnte sich das Geschenk gleich noch verpacken lassen. Beim Flohmarkt gab es neben weihnachtlichen Dingen und vielen Büchern auch ausgefallene Dinge wie eine Kaffeekanne, Topflappen oder eine Lampe mit einem ausgefallenen Design. Die Schüler hatten viel Spaß beim Anbieten der Waren und tolle Einfälle, für was man die Dinge alles benutzen kann. Badesalz fand besonderen Anklang und war schnell ausverkauft.

In vielen Klassenzimmern wurden kreative Bastelideen umgesetzt – entweder griffen die Gäste selbst zu Leim, Schere und Tannengrün oder kauften ein fertiges Teil. Weil im vergangenen Jahr die Weihnachtsengel so gut angekommen sind, griffen die Schüler der Klasse 10c wieder zu diesem Angebot. Die Engel konnten entweder aus Notenpapier oder aus Korken gebastelt werden. Die Anleitung dazu gab es von den Schülern. „Damit alle auch die anderen Stände besuchen können, wechseln wir uns ab“, so Lisa-Marie Scharf.

Plätzchen hatten die Schüler der Klasse 5c gebacken und auf einer großen Theke aus Schultischen präsentiert. Die Vielfalt war groß und auch das Interesse der anderen Schüler. Wer hier kaufte, unterstützte ein soziales Projekt. „Der Erlös geht an das Kinderhospiz Bärenherz in Leipzig“, so Luis Rühle. Der Verkauf laufe gut. Wie in einem Kaufmannsladen konnten die „Kunden“ drei Plätzchen von hier und zwei Plätzchen von da auswählen. Finn Konrad übernahm das Einpacken.

Die 6b gestaltete Erdnüsse oder bastelte aus deren Schalen als Anhänger oder als Kartendekoration. Die Erdnüsse hatten bereits einen weißen Farbanstrich. Aus ihnen wurden mithilfe verschiedener Materialien Rentiere, Weihnachts- oder Schneemänner. Halbe Erdnüsse mit Gesicht, Mütze oder Geweih ließen eine einfache weiße Karte zum Hingucker werden.

Sehr edel waren die Bastelideen der Klasse 7a. Hier kamen Erinnerungen an die Puppenstube auf. In einem Gugelhupf aus Gips wurde eine Kerze gestellt und das Ganze mit kleinem Backwerk aus Gips verziert. Großen Zuspruch fanden die Zapfen zum Aufhängen, die mit Kugeln und anderen dekorativen Elementen verziert wurden. Eine andere Klasse gestaltetet aus Zapfen Eulen. Wem das Basteln nicht lag, der konnte sich fotografieren lassen und dann das Foto verschenken.

Doch auch die Besinnlichkeit kam bei dem Trubel im Schulhaus nicht zu kurz. Am Ende sangen alle Schüler gemeinsam Weihnachtslieder.

Döbelner Anzeiger 23.12.2017