Die fairsten Teams kommen weiter

Von Eric Mittmann

Die Sparkassen Fairplay Soccer Tour ist nicht nur für Jugendliche wie Phillip Voigtländer, Laurenz Huber, Kevin Rohwer und Toni Burger (hinten, von links) eine tolle Aktion. Mit ihr soll auch auf wichtige Werte wie Fairness aufmerksam gemacht werden.

© Dietmar Thomas

Hartha. Jugendliche beschriften Lego-Steine. Auf gleich drei Spielfeldern kämpfen jeweils zwei Fußballteams gleichzeitig um den Ball und aus Lautsprechern schallt laute Musik. Es war viel los beim ersten Sparkassen Fairplay Soccer Turnier in der Hartharena, das am Donnerstag ausgetragen wurde. „Heute Morgen war es sogar noch voller“, sagt Gabriela Oettrich, Lehrerin am Martin-Luther-Gymnasium.

Zusammen mit Marcus Frey von der Deutschen Soccer Liga kümmert sie sich um die Organisation der Veranstaltung, die neben einem Fußball-Turnier auch verschiedene Workshops zum Thema Fairplay umfasste. Dabei wurden unter anderem Schwerpunkte wie Fairplay im Sport, gesunde Ernährung, soziales Engagement, aber auch Stammzellspende und Financial Fairplay behandelt. „Dafür haben wir eigene Referenten und arbeiten mit Kooperationspartnern wie dem Deutschen Roten Kreuz oder eben der Sparkasse zusammen“, erklärt Marcus Frey.

Dieser übernahm nicht nur die Planung in Hartha, sondern fungiert als Leiter der Fairplay Soccer Tour. „Am Mittwoch waren wir bereits in Freiberg und am Sonntag veranstalten wir das Landesqualifikationsturnier Sachsen Ost in Dresden. Daran können die drei besten Teams aus unseren vier Altersklassen sowie die drei fairsten Teams des heutigen Turniers teilnehmen.“

Letztere werden mithilfe eines Punktesystems ermittelt. „Das und die Workshops sind letztendlich, was uns von anderen Turnieren abhebt“, so Frey weiter. „Jedes Team hat am Anfang eines Spiels sechs Punkte und erhält Punktabzüge für schlechtes Verhalten wie beispielsweise Fouls, das Verwenden von Schimpfwörtern oder wenn die Spieler den Handschlag vor und nach dem Spiel verweigern.“ Hat ein Team alle Punkte verloren, verliert es auch das Spiel. Dies würde allerdings nur ganz selten passieren, versichert der Tourleiter.

Seit 2001 existiert die Fairplay Soccer Tour nun bereits. „Anfangs war es noch als Turnier gedacht, um Jugendliche von der Straße zu holen“, erzählt Frey. Mittlerweile ist die Aktion jedoch zu einer Tour durch die ostdeutschen Bundesländer herangewachsen, an der unter anderem auch Mannschaften aus Bayern, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen teilnehmen. „Im vergangenen Jahr hatten wir über 20 000 Teilnehmer“, schwärmt Frey. „Natürlich ist das Ganze auch schon politisch geworden. So hatten wir bereits den Bundespräsidenten als Schirmherren.“

Am Donnerstag kämpften hauptsächlich Teams aus Hartha, Waldheim und Döbeln um einen Platz in Dresden. Die Sieger der Landesqualifikation dürfen dann am großen Finale teilnehmen, welches vom 18. bis 22. Juli in Prora auf Rügen veranstaltet wird. „Das ist ein Riesen-Fest mit 3 000 bis 4 000 Gästen. Manche Familien nutzen das gleich als ihren Urlaub. Zur selben Zeit wird dort außerdem die Weltmeisterschaft im Straßenfußball ausgetragen. Dabei kommt es immer wieder zu interessanten Begegnungen mit Mannschaften aus Chile, Neuseeland, Kanada oder sogar Uganda“, so Frey.

Auch Thomas Gogolla, Vorstand der Sparkasse Döbeln, ist von der Soccer Tour begeistert. „36 Teams haben in den Altersklassen 6 bis 10 und 11 bis 13 teilgenommen und bei den Altersklassen 14 bis 17 und Ü18 waren es 19 Mannschaften. Das ist großartig“, sagt der Vorstand.

Seit 2010 agiert die Sparkasse als Hauptsponsor der Fairplay Soccer Tour. Geht es nach Gogolla und Frey, soll diese auch im nächsten Jahr wieder in der Region Döbeln Halt machen. „Es ist ja auch nicht das erste Turnier. Bereits im vergangenen Jahr war die Fairplay Soccer Tour am Lessing-Gymnasium in Döbeln zu Gast“, so Gogolla. „Ich denke, es ist fair zu sagen, dass es im Fußball weit weniger Turniere und Veranstaltungen gebe, wenn das Engagement der Sparkasse nicht wäre. Wir planen derzeit auch ein Soccercamp, das voraussichtlich in Döbeln stattfinden wird.“


Döbelner Anzeiger, 09.03.2018