Andrang im Speiseraum

Nach einem Monat Pause wird das Gymnasium wieder mit Mittagessen versorgt. Der erste Eindruck stimmt optimistisch. Von Frank Korn

Die Schlange vor dem Speiseraum im Harthaer Gymnasium ist nicht zu übersehen. Geduldig warten die Schüler, bis sie an der Reihe sind. Zum ersten Mal seit einem Monat wird die Schule wieder mit Mittagessen versorgt. „Als ich im Sommer meine Arbeit am Gymnasium aufgenommen habe, lag die Kündigung auf dem Tisch “,sagt Schulleiterin Heike Geißler. Nun hat der neue Anbieter, die Dienstleistungs-und Service GmbH (DLS) Radeberg, die Versorgung übernommen. Angeboten werden täglich drei Hauptgerichte, eines davon ist vegetarisch. „Für den ersten Tag am Gymnasium Hartha lagen 140 Bestellungen vor“, sagt Melanie Schleinitz, Teamleiterin bei DLS. Vier Mitarbeiterinnen seien für den Standort zuständig, drei in der Mittagsversorgung, eine im Foodpoint, der eine Imbissversorgung bietet. Dabei setzt der neue Anbieter auf Nach-haltigkeit. Hinter dem Namen Foodpoint steckt ein Konzept für die Zwischenverpflegung, das speziell für Oberschulen und Gymnasien entwickelt wurde. „ Unser Foodpoint steht für Geschmack, Abwechslung, Frische und jede Menge toller Ideen. Damit entspricht er dem Zeitgeist der Jugendlichen. Gleichzeitig erfüllt das Angebot die Anforderungen der Eltern, dass sich ihre Kinder gesund ernähren“, heißt es auf der Internetseite der Firma. Mit gesunder Ernährung können die Kinder und Jugendlichen sogar Geld sparen. „Wer gesunde Kost am Foodpoint kauft, bekommt einen Stempel in ein Bonusheft. Nach zehn Stempeln gibt es ein Essen gratis“, erläutert die Schulleiterin. Den Speiseplan können die Kinder am Aushang in der Schule, auf der Internetseite des Anbieters so der auf einer App für das Smartphone einsehen. Die Essensbestellung erfolgt über das Internet oder per App .„Bis morgens 8Uhr ist eine Bestellung für den gleichen Tag möglich. Genauso kann bis zu dieser Zeit auch noch storniert werden, falls jemand krank wird“, so Heike Geißler. Das Essen wird nicht ausgeteilt, sondern die Schüler bedienen sich an einem Büffet selbst. Das bestellte Essen ist auf einem Chip gespeichert, der über einen Computer ausgelesen wird. Mit 4,13 Euro pro Portion ist das Essen teurer als beim vorherigen Anbieter. Dafür werden die Menükomponenten unmittelbar vor der Mittagspause vor Ort vorbereitet. Es werden saisonale und frische Produkte aus der Region verwertet. Das kommt offenbar gut an. „Man merkt, dass das Essen frisch zubereitet ist“, sagt Klara, die sich für Spaghetti entschieden hat. Bei der Suche nach einem neuen Anbieter hat sich die Schulleitung bewusst Zeit gelassen. „Wir haben uns gemeinsam mit der Elternkonferenz und dem Schülerrat ein Meinungsbild verschafft, was wir anbieten wollen“, so Schulleiterin Heike Geißler. Von vier Anbietern, die auf die Ausschreibung geantwortet haben, seien zwei in die engere Wahl gezogen worden. „Wir haben uns an zwei Schulen, die durch verschiedene Anbieter versorgt werden, zum Probe essen angemeldet“, sagt Schülersprecher Laurenz Huber. Die Schulkonferenz sprach sich eindeutig für die DLS aus. Damit alle Schüler genügend Zeit zum Essen haben, wurde die Mittagspause auf 45 Minuten verlängert. Die Schulleiterin hofft, dass das neue Angebot gut angenommen wird. „Beim alten Versorger haben etwa 100 Kinder mitgegessen. Unser Ziel ist es, dass 200 bis 250 Essen täglich ausgegeben werden“, so Geißler.

Döbelner Anzeiger, 4.12.2019

Freudiges Lächeln und gutes Essen: Hans und Armin freuen sich über den neuen Anbieter am MLG. Foto Dietmar Thomas