Bei einem Benefizabend kommen am Dienstag 18 Kunstwerke der Harthaer Gymnasiasten unter den Hammer. Das Ergebnis überrascht zwei Bieter.

Von Claudia Erbert

Die Elftklässlerin Anna Kaiser hatte die Idee, Spenden für die Ukraine zu sammeln: „Ich weiß, dass wir Kinder den Krieg nicht beenden können, aber wollte zeigen, dass auch wir uns mit dem Thema beschäftigen und einen Spendenbeitrag leisten wollen.“ Die Idee von einem kreativen Benefizabend fand bei Schulleiterin Heike Geißler ebenso schnell Zustimmung wie dem Schülerrat. Das Ziel: Jeder soll einen Beitrag für einen Benefizabend leisten – ein Gedicht, Graffiti, Zeichnung, Kunstwerk – das dann für den guten Zweck verkauft werden kann. „Viele Fachlehrer haben das Projekt unterstützt und einige Stunden genutzt, um das Thema zu bearbeiten, vor allem die Kunstlehrer, aber auch andere“, freut sich Direktorin Heike Geißler. Die Sechstklässler haben sogenannte Elfchen geschrieben – das sind Gedichte aus elf Worten, verteilt auf fünf Zeilen. Das wäre sowieso Unterrichtsstoff gewesen und wurde so mit dem Thema Ukrainekrieg verbunden. Zahlreiche dieser Gedichte sind im Schaukasten im Eingangsbereich des Anbaus zu sehen. Von dort führt eine lange Ausstellungsreihe bis in den Altbau. Vor allem die Kunstwerke aus alten Büchern gefallen den Besuchern – Seiten wurden geschnitten, geklebt, bemalt, geformt, teilweise mit Draht fixiert zu dreidimensionalen Werken. Viele Kinder haben ihre Gedanken auch in Bilder gefasst – von kleinen Zeichnungen bis zu großformatigen Malereien ist alles dabei. Die Ganztagsprojekte greifen das Thema auf – die Nähgruppe hat blau-gelbe Kissen genäht, aber auch andere kleine Stücke für den Verkauf beigesteuert. Andere haben Beutel bemalt und Buttons gedruckt. Der Kunstkalender mit Werken der Schüler wird verkauft. Aus allen kreativen Werken haben die Schüler 18 für eine Auktion ausgewählt und in einem Zimmer präsentiert. Mit einem Mindestgebot, Name und Klasse des Künstlers versehen, können eine reichliche Stunde Angebote abgegeben werden – per Beamer wird ständig der aktuelle Stand an die Wand geworfen. Nach einem verhaltenen Start geht es am Ende heiß her: „Höre ich noch ein Gebot für die Nummer 16? Findet sich noch jemand für die Nummer 10?“ rufen die Auktionsleiter. Besonders gefragt ist das Gedicht von Tim Köhler auf einer großen gestalteten Leinwand – sein Vater und der Englischlehrer Dirk Marggraf überbieten sich gegenseitig mit lauten Rufen, am Ende erhält der Lehrer den Zuschlag für 100 Euro. Beide glauben, der jeweils andere hätte das Gebot absichtlich in die Höhe getrieben: „Ich dachte, Herr Köhler will, dass das Werk seines Sohnes so viel Geld wie möglich erzielt, dabei wollte er es tatsächlich selber haben“, lacht der Lehrer. Bei der Ausgabe der ersteigerten Werke wird der Erlös besonders bejubelt. Auch Schulleiterin Heike Geißler ersteigert ein Bild, das Gemälde von Vivien Haberecht hat ihr besonders gefallen. „Ich bin rundum zufrieden mit der Veranstaltung, dass so viele Leute gekommen sind, sich alle eingebracht haben und vor allem, dass endlich mal wieder Leben in der Schule ist und wir die Türen öffnen können“, freut die sich nach knapp drei Stunden. Chorauftritt, Tanzvorführung, Ausstellung und Verkauf sind gut angekommen, Kassensturz wird in den nächsten Tagen gemacht, wenn der Container gewogen und alle Spendenboxen ausgezählt sind.

Besonders gefragt war das Gedicht von Tim Köhler auf einer großen gestalteten Leinwand. Lehrer Dirk Marggraf und der Vater des Künstlers überboten sich. Foto: Dietmar Thomas

SZ, 28.04.2022


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