Frieden zum Mitnehmen

Harthas Martin-Luther-Gymnasium öffnet sich mit einer Kunst-Aktion nach der Corona-Ruhe wieder für die Öffentlichkeit / Benefiz-Abend für Menschen aus der Ukraine voller Erfolg

Von Steffi Robak

Endlich wieder eine offene Schule, endlich wieder etwas machen können und Leute dazu einladen – Das war einer der Impulse für den Benefiz-Abend am Harthaer Martin-Luther-Gymnasium. „Deshalb war es wichtig, dass alle Schüler daran mitwirken können. Ich freue mich, dass wir das alles zusammen so gut hinbekommen haben.“

Schulfoyer wird zur Bühne

Anna Kaiser ist es anzumerken: Der Erfolg der gemeinsam verlebten, vor allem gemeinsam organisierten Stunden beflügelt sie. Am Dienstag ging am Harthaer Martin Luther Gymnasium ein Benefiz-Abend im Zeichen der Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine über die Bühne.

Zur Bühne wurden die Flure und das Foyer im Erdgeschoss des Gymnasiums in Hartha Schule. Bis es soweit kam, gingen etwa vier Wochen der Vorbereitung ins Land. Und nicht allein Anne hat daran ihren Anteil.

Impuls per Handy-Nachricht

Sie habe nicht einmal selber die Idee gehabt, sagt die 17-Jährige aus der 11bio1. Der erste Gedanke sei von Emma Watzel gekommen. Das ist eine Mitschülerin ihrer jüngeren Schwester aus der neunten Klasse. „Sie schickte mir eines Morgens eine Nachricht aufs Handy, die Schüler müssten doch endlich mal wieder was auf die Beine stellen an der Schule. Ich dachte mir: Nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen ist das doch eine coole Idee.“ Zuerst sei es um einen Kuchenbasar gegangen. Letztlich wurde etwas Größeres daraus, mit selbst geschaffenen Kunstwerken, Briefen, Liedern, einer Altstoffsammelaktion und natürlich trotzdem Kuchen.

Schüler hatten alles in der Hand

Irgendwie liefen dann doch die organisatorischen Fäden bei Anna zusammen, sie sagt selber: „In die Bahnen, wie es dann vom Konzept her lief am Benefiz-Abend kam alles, nachdem die Idee in den Schülerrat getragen war. Denn dort kamen dann die ganzen guten Gedanken zustande.“

Zum Beispiel: Die Schüler der ganzen Schule konnten innerhalb von rund drei Wochen Bilder, Plakate und andere Kunstwerke nach ihren Vorstellungen anfertigen. Das Zimmer 104 wurde in dieser Zeit frei geräumt und vom Unterricht auch freigelenkt. Dort konnte jeder seinen künstlerischen Beitrag ablegen zu einem Zeitpunkt seiner Wahl. Da tauchen immer wieder die Farben Blau und Gelb auf, die Nationalfarben der Ukraine. Bei der Versteigerung am Dienstag gingen die 18 begehrtesten Kunstwerke bei einer Auktion weg. Vieles andere nahmen die Besucher gegen eine Spende in selbst gewählter Höhe mit.

Aktion mit tieferem Sinn

Doch die Aufforderung, sich künstlerisch mit dem Thema Ukraine-Krieg auseinander zu setzen, hatte noch einen anderen, einen tieferen Sinn. Anna schildert: „Nicht in allen Familien wird über den Krieg mit den Kindern gesprochen und wie er sich auf uns auswirken könnte. Da bleiben manchen Schüler mit ihren Gedanken alleine.“

Bei der Kunstaktion habe sich jeder mit den Mitteln seiner Wahl ausdrücken können. Vieles sei sehr berührend gewesen, schildert Anna. So habe eine jüngere Schülerin in einem Brief ihre Gedanken beschrieben. „Das hat mich sehr nachdenklich gemacht,“ sagt Anna.

Experten-Team am Werk

Schulleiterin Heike Geißler ist überwältigt von der Vielfalt des Abends und stolz auf die Schüler. Die Lehrer hätten die Aktion zwar unterstützt, zum Beispiel Sophie Melzer, Sandra Völs oder Susan Höhme. Doch letztlich hätten die Schüler das Konzept selber erstellt. „Das war mir sehr wichtig, dass sie von der Idee bis zur Umsetzung alles selber in die Hände nehmen.“

Anna hatte einen Kreis von Freunden um sich herum, der sich sehr mit ins Zeug legte. Sie nennt sie „ihr Experten-Team“. Chris Hahnefeld, Eric Pohler, Tim Köhler, Klara Zschaage, Mathilde Becker oder Til Guhlmann hätten mit zu ihren stärksten Unterstützern gezählt. „Und ich würde mich freuen, wenn die jüngeren Schüler sich den Abend zum Vorbild nehmen für ähnliche Veranstaltungen der kommenden Schuljahre.“

Wie jetzt mit den Erlösen aus dem Abend umgegangen wird, darüber werde noch entschieden. Verschiedene Schüler haben auf unterschiedliche Art Verbindungen zu Menschen aus der Ukraine beziehungsweise zu verschiedenen Hilfsprojekten. Ob der Erlös, der noch ausgerechnet werden muss, als Gesamtbetrag überwiesen wird oder die Schule verschiedene Aktionen damit unterstützt – auch das soll der Schülerrat entscheiden.

Bild: Das Martin-Luther-Gymasium Hartha lud nach der Corona-Pause zur ersten öffentlichen Veranstaltung ein. Es wurde ein Benefiz-Abend für die Menschen aus der Ukraine. Fotos (2): Steffi Robak

DA, 28.04.2022


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