Fünf Neue für Hartha

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Das gab es noch nicht: Gymnasium darf sich über eine Handvoll junge Lehrer freuen

Von Manuela Engelmann-Bunk

 

Hartha. Dass zum Halbjahr am Harthaer Luther-Gymnasium wieder zwei Kollegen in den Ruhestand gehen, kann Schulleiterin Heike Geißler relativ entspannt sehen. Gleich fünf neue Kollegen haben nämlich zu Beginn dieses Schuljahres das Lehrerkollegium verstärkt – ein Umstand, der die ebenfalls neu an der Schule Gestartete froh stimmt. In den vorangegangenen Schuljahren waren es immer nur zwei, zuletzt drei Lehrer, die an der Schule begrüßt werden konnten.

Damit ist die Situation zwar nicht perfekt, doch immerhin wird es jetzt nur eng, wenn jemand krank wird und ersetzt werden muss. Bis auf den Kunstunterricht kann die Schulleitung alle Fächer abdecken. In Kunst müssen derzeit die fünften Klassen auf eine von zwei Wochenstunden verzichten, die siebenten Klassen haben aktuell gar keinen Kunstunterricht.

Umso glücklicher ist Heike Geißler, dass sie beispielsweise mit Sebastian May, der zuletzt sein Referendariat in Döbeln absolviert hat, einen neuen Lehrer mit einer ganz seltenen Fachkombi bekommen hat. Der 26-jährige Thüringer unterrichtet Mathe und Informatik. In Hartha hat er auch gleich eine sechste Klasse übernommen und ist der neue Pitko an der Schule. Was das Tolles ist? „Pädagogischer IT-Koordinator“, sagt er schmunzeln, also derjenige, der für alle im Haus mit IT-Problemen der Ansprechpartner ist.

Viel Neues auf einen Haufen strömt auf die jungen Neuankömmlinge ein: 230 Schüler, 50 Kollegen, für diejenigen mit eigener Klasse gleich auch noch 20 Elternpaare. „Aber wir sind sehr herzlich empfangen worden“, sagt Sebastian May, neben dem Florian Windler der jüngste Lehrer an der Schule ist. Der ebenfalls 26-Jährige ist in Hartha auf die Oberschule gegangen, bevor er auf dem Berufsschulzentrum in Döbeln sein Abitur nachgeholt hat, um das Lehramt studieren zu können. Biologie und Geschichte unterrichtet er jetzt. Schon sein Referendariat hat er am Harthaer Gymnasium geleistet, so dass er unter den neuen Kollegen der am wenigsten Neue ist.

Von gleich um die Ecke, nämlich aus Waldheim, kommt Frederic Ringsleben. Der 36-jährige Informatiker hatte der Familie wegen in der Heimat bleiben wollen und mit seiner Ausbildung beste Karten für einen Lehrerjob. Frederic Ringsleben hat relativ spät so zu seiner Passion gefunden wie er das schon immer wollte. Als gelernter Industriemechaniker holte er nebenbei das Gymnasium nach, machte seinen Meister in Elektrotechnik, studierte schließlich Informatik. Weil sein Informatik-Studium anerkannt wird, geht es für ihn jetzt in die schulpraktische Ausbildung.

All das hat Kati Hacker längst hinter sich. Die gebürtige Roßweinerin ist nicht nur die einzige Frau im Team der neuen Gesichter, sondern auch diejenige mit der längsten Berufserfahrung. Die 40-jährige Biologie- und Chemielehrerin, die jetzt in Hartha gleich eine 8. Klasse übernommen hat, war 15 Jahre lang in Hessen und hat sich entschlossen, in die Heimat zurückzukehren. Das Harthaer Gymnasium war eines auf ihrer Wunschliste.

Auch Referendar Roy Meingast kann gut mit seinem Einsatz in Hartha leben. Nachdem der Thüringer in Leipzig Sport und Biologie im Lehramt studiert hat, lernt er nun noch ein weiteres Stück Sachsen kennen. Dass er mit 30 Jahren ein eher älterer Referendar ist, liegt daran, dass er bis zu seinem 24. Lebensjahr als Leistungssportler im Skilanglauf unterwegs war. Vor sechs Jahren beendete er seine Karriere und begann mit dem Studium.

 

Bild: Gleich fünf neue Kollegen – Roy Meingast, Sebastian May, Kati Hacker, Frederic Ringsleben und Florian Windler (v.l.) – konnten zu Schuljahresbeginn am Harthaer Gymnasium begrüßt werden. Das stößt auch bei Bürgermeister Harald Kunze (h.l.) und dem 2. Beigeordneten des Landrates Jörg Höllmüller (h.r.) auf Freude. Der Landkreis ist Träger der Einrichtung. Foto: Gerhard Schlechte

Döbelner Allgemeine Zeitung, 24.08.2019