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Mit einer kreativen Dachkonstruktion für eine Freiluftarena landet der Zehntklässler Leonhard Schadow auf dem Podest.
Von Sylvia Jentzsch
Nach seinem „Sterngucker-Turm“ hat Leonhard Schadow vom Martin-Luther-Gymnasium in Hartha beim Schülerwettbewerb Junior.Ing erneut gepunktet. Mit seiner Arena-Dachkonstruktion „Frame-Forge“, was so viel wie Rahmen-Schmiede bedeutet, holte der Zehntklässler dieses Jahr den dritten Platz in Sachsen. Entstanden ist eine durchaus außergewöhnliche und imposante Überdachung für eine Bühne.
„Ich habe mich sehr gefreut, wieder ganz vorn mit dabei zu sein. Immerhin nahmen insgesamt 187 Schüler aus 19 Schulen des Freistaates Sachsen teil. 77 Modelle wurden eingereicht. Wenn man da einen vorderen Platz belegt, kann man schon stolz sein“, so Leonhard Schadow.
Der Schüler hat bereits zum vierten Mal an dem Wettbewerb für kreative Ingenieurtalente teilgenommen und weiß nun, worauf die Mitglieder der Jury besonders achten. Und schon jetzt steht fest, dass er bei der nächsten Ausgabe erneut dabei sein will.
In diesem Jahr hatten die Teilnehmer die Aufgabe, eine Überdachung für eine Freiluftarena zu entwerfen und mit einfachen Materialien zu bauen. Die Dachkonstruktion sollte eine Last von mindestens 250 Gramm tragen und einer Windbelastung standhalten, die mit einem Föhn simuliert wurde. Die Gestaltung war weitgehend frei. Lediglich der Maßstab war vorgegeben.
Bevor Leonhard Schadow seine Idee praktisch umsetzte, überlegte er zunächst, welche Bauweise zum Einsatz kommen sollte. „Ich habe mich für die Steckbauweise entschieden. Dabei handelt es sich um ein Montageprinzip, bei dem Bauteile ohne Schrauben oder Kleben durch einfaches Zusammenstecken verbunden werden“, sagte der Zehntklässler.
Auch wenn die Jury besondere Aufmerksamkeit auf die Dachkonstruktion legt, so entstand unter dieser ein filigran gearbeitetes Modell einer Bühne mit Leinwand und halbrunden Sitztraversen. Die Sperrholzteile mussten sehr aufwendig mit einer kleinen Säge in Form gebracht und abgeschliffen werden. Für die Optik hat Leonhard Schadow noch kleine Lampen an der Bühne angebracht.
Drei Monate hat der Nachwuchsingenieur für die Umsetzung seiner Idee, die er auf einem Skizzenblatt festhielt, bis zur Abgabe des Modells benötigt. Gebaut hat er etwa 20 bis 25 Stunden. Das Dach, für das er Papp-Papier verwendet hat, hat die Form eines Fünfecks, eines Pentagons. Diese Konstruktion hat alle mechanischen Prüfungen der Jury gut überstanden.
„Es ist schon ein cooles Gefühl, wenn man bei der Preisverleihung auf die Bühne gerufen wird. Denn bis zur Preisverleihung ist nicht bekannt, wer die Gewinner sind“, so der Zehntklässler.
„Modellbau hat mich schon immer interessiert. Ich baue auch gern mit meinem Vater an der Eisenbahn und mit Holz arbeite ich ohnehin gern“, sagte Leonhard Schadow. Er habe Spaß daran, zu sehen, wie sich ein Projekt entwickle, wie aus der Idee Realität werde. Solange es möglich ist und er die Altersgrenze für den Wettbewerb nicht erreicht hat, will sich der Gymnasiast am Schülerwettbewerb Junior.Ing beteiligen.
Fachbereichsleiterin Silke Schmidt bestätigte dem Schüler, großes Talent in den Fächern Mathematik und Physik zu haben. Die Physik sei das Steckenpferd des Zehntklässlers, der um die Ecke denken könne.
Leonhard Schadow schreibt die Liste der Harthaer Gymnasiasten fort, die sich erfolgreich an diesem Schülerwettbewerb beteiligt haben. Dazu gehören Noemi Marie Saga und Luzie Dalchow mit ihrem Modell „Chaos im Bienenstock“.
Der Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, Dr.-Ing. Hans-Jörg Temann, sieht in Junior.Ing einen wichtigen Impulsgeber: „Der Schülerwettbewerb begeistert junge Menschen frühzeitig für Technik und ingenieurwissenschaftliche Berufe. Mit viel Kreativität und handwerklichem Geschick entstehen aus einfachen Materialien beeindruckende Konstruktionen.“
Seit 2018 engagiert sich die Ingenieurkammer Sachsen in diesem bundesweiten Wettbewerb, der inzwischen in allen 16 Bundesländern stattfindet und jährlich mehrere tausend Teilnehmende verzeichnet.
Döbelner Anzeiger, 06.05. 2026
Bild: Leonhard Schadow besucht das Martin-Luther-Gymnasium in Hartha. Schon mehrfach hat er erfolgreich am Schülerwettbewerb „Junior.Ing“ teilgenommen.Foto: Lutz weidle
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