Lebhaft und fürs Leben lernen am Harthaer Gymnasium

Fächerverbindender Unterricht – was steckt dahinter und wie gehen die Schüler damit um? Ein Überflug über eine abwechslungsreiche Woche

Von Steffi Robak

Derart laut geht es selten zu im Unterricht am Harthaer Martin-Luther-Gymnasium. Da wurde debattiert, gelacht, vielleicht manchmal gestritten, wenn es darum ging, auf ein gemeinsames Ziel hin zu arbeiten. Eine Woche fächerverbindender Unterricht am Harthaer Martin-Luther-Gymnasium ist ein Highlight im Jahr – in welchem die Schüler der fünften bis 10. Klassen anders und andere Dinge lernen als sonst.

Zum Beispiel: Wie funktioniert Kommunikation mit einem etwa Gleichaltrigen aus der Regenbogen-Schule für Lernbehinderte in Döbeln? Für ein Theaterprojekt von Harthaer Neuntklässlern und Schülern aus Döbeln wurde in der Stadtkirche geprobt – „auch hier nach den geltenden Corona-Regeln“, sagt Heike Geißler, Direktorin am Martin-Luther-Gymnasium. Sie bedauert sehr, auf die ursprünglich geplante öffentliche Abschluss-Aufführung am Freitag verzichten zu müssen. Wichtig sei ein anderer Aspekt: Traditionell steht die Projektwoche im Herbst für die Neuntklässler im Zeichen des Sozialen Engagements. Nicht allein die Regenbogenschule wird für die Gymnasiasten zur Partnereinrichtung, wo einzelne Schüler einige Tage zubringen. Pflegedienste, Grundschulen, Seniorenheime der Umgebung und die Behindertenwerkstatt der Diakonie in Hartha haben sich darum bemüht, unter den gegebenen Bedingungen die Schüler in ihre Arbeit einzugliedern.

„Das ist für uns sehr viel wert, dass die Einrichtungen uns dafür unterstützt haben“, so die Direktorin. Eine Erfahrung für die Schüler: Der Einsatzort konnte nicht selbst gewählt werden. Die Schüler wurden eingeteilt – schon das sei für manchen eine schwierige Sache gewesen. „Das führt bei manchen zu Diskussionen, und auch das müssen sie aushalten.“

Was für die Neuntklässler die soziale Woche ist, hat für die jeweils drei Klassen der anderen Jahrgänge jeweils einen anderen thematischen Hintergrund. In der Klasse fünf, wo die jüngsten Gymnasiasten lernen, verknüpfen sich die Fächer Deutsch und Kunsterziehung. Die Kinder, schon an der Schwelle zur Pubertät, entdecken die Welt der Märchen neu für sich, werden selber zu Schöpfern märchenhafter Geschehnisse. Sie entwerfen die handelnden Figuren als Spielpuppen, führen ihre Stücke als Puppenspiel auf. Dieses Jahr laufen alle diese Präsentationen im kleinen Kreis, innerhalb der Klassen.

Auf eine ganz andere Art werden die Sechstklässler zu Akteuren, nämlich zu antiken Olympioniken. Sie befassen sich damit, wie die antiken Stadtstaaten aufgebaut waren und wie dort die Gesellschaft funktionierte. Und: Was lief dort in Sachen Kultur und Sport? In der Hartharena befassten sie sich mit den Techniken alter olympischer Disziplinen wie Speer- oder Diskuswerfen. Da flog so mancher Diskus schon mal bis zur gegenüber liegenden Turnhallenwand. Das sind rund zwanzig Meter. Zu olympischen Spielen gab es auch kulturelles Rahmenprogramm, zum Beispiel Tänzer. Die Tonmedaillen, die nach der Olympiade am Freitag vergeben werden, fertigten die Schüler aus Ton auch selbst an.

In der siebenten Klasse ging es nach Australien. Umwelt, Klima, Geografie waren hier Thema, auch Geschichte. Die Schüler entwarfen die Traumzeit-Storys, so wie sie sich die australischen Ureinwohner erzählen. Auf dem Kontinent beheimatete Tiere wurden in der Technik des Dot-Paintings gemalt.

Für naturwissenschaftlich-praktische Sinneserfahrungen waren die Achtklässler zu Exkursionen unterwegs unter anderem zur Feuerwehr. Für die Zehntklässler hatte die Woche ebenfalls eine ungemein praktische Seite: Wie geht man mit seinen Mitmenschen um – darunter fallen nicht nur Anstandsregeln. Die jungen Männer sollten jetzt alle eine Krawatte binden können. Und jeder hat eine Musterbewerbung für sich selber in Reserve.

DAZ, 12.11.2021

Foto: Spannende Facette vom fächerverbindenden Unterricht: Ein Theaterstück mit lernbehinderten Kindern aus Döbeln und Harthaer Gymnasiasten. Foto: S. Bartsch

 


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