Martin-Luther-Gymnasium und Förderschule singen für Kinofilm

Ein einzigartiges Chorprojekt verbindet Schüler aus Hartha und Rochlitz. Für einen Chorwettbewerb singen sie den Titelsong des neuen Films mit Florian David Fitz ein.

Von Thomas Sparrer

Darauf hatten sich die Jungen und Mädchen der Förderschule für geistige Entwicklung in Rochlitz lange gefreut. Endlich konnten sie die Schülerinnen und Schüler des Schulchores des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha kennenlernen. Nach wochenlangen Proben in Rochlitz und Hartha kamen beide Chöre am Montag am Harthaer Gymnasium zusammen, um gemeinsam ein tolles Projekt auf die Beine zu stellen und das in einem Video festzuhalten.

„Time, Time, Time” heißt das eingängige Lied, das die Gymnasiasten gemeinsam mit den Förderschülern aus Rochlitz eingeübt haben. Es handelt sich um den noch unveröffentlichten Titelsong zum Film „No Hit Wonder”, der im Herbst in die Kinos kommen soll. Vor dem Start des neuen Kinofilms von Regisseur Florian Dietrich hat Hauptdarsteller Florian David Fitz („Der Vorname“) einen bundesweiten Wettbewerb ausgeschrieben. Ensembles aller Art, etwa Jugend- oder Popchöre, sollen dafür eine eigene Version des Songs „Time Time Time“ aus dem Film aufnehmen und online hochladen. Eine Fachjury bewertet die besten Beiträge. Diese erhalten Geldpreise und haben die Chance auf einen Besuch der Filmpremiere in München.

Silke Schmidt, die Leiterin der Ganztagsangebote am Martin-Luther-Gymnasium Hartha, war auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Sandra Völz, Leiterin des musisch-künstlerischen Bereiches am MLG, und Chorleiterin Heidrun Thürer zeigten sich sofort begeistert von der Idee, mitzumachen. Sandra Völz gewann die befreundete Lehrerin Nadine Thalmann und Chorleiterin Susann Polster von der Wilhelm-Pfeffer-Förderschule aus Rochlitz für das Projekt.

„Unsere Kinder waren sehr aufgeregt und haben sich auf die Schüler des Gymnasiums riesig gefreut“, sagt Nadine Thalmann, Lehrerin an der Rochlitzer Förderschule. Mit der Gebärdensprache wird die Kommunikation mit den Schülern unterstützt. Das Projekt des Chores vom Martin-Luther-Gymnasium mit dem Chor der Rochlitzer Förderschule war eine Premiere. Beim gemeinsamen Singen am Montag ging es auch darum, soziales Engagement und empathisches Handeln zu vermitteln.

Das hat am Martin-Luther-Gymnasium schon lange Tradition. Denn seit zehn Jahren gibt es zwischen dem Gymnasium Hartha und der Regenbogenschule in Döbeln eine Kooperation. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe neun organisieren jedes Jahr mit den Kindern der Regenbogenschule für geistig Behinderte in Döbeln eine Projektwoche. Dabei wird gemeinsam ein Theaterstück einstudiert oder Trickfilme werden in kleinen Gruppen in einer Trickfilmwerkstatt erarbeitet. Zum Schuljahresende organisieren die Neuner des MLG dann noch ein Sportfest für die Mitschüler und die Kinder der Regenbogenschule.

Gesungen und gedreht wurde am Montag nicht nur im Musikzimmer, sondern auch vor dem Gymnasium und im Grünen Klassenzimmer auf dem Schulhof. Alexander Ort aus der Klassenstufe 11 begleitete die Chöre am Klavier. Die Förderschüler gebärdeten zudem den Text. Andreas Binder, der video- und fotobegeisterte Vater eines Elftklässlers, drehte das Video dazu und sorgt für den Schnitt. „Ende September ist Einsendeschluss für unseren Film“, sagt Lehrerin Sandra Völz.

Im Film „No Hit Wonder“ spielt Florian David Fitz einen gescheiterten One-Hit-Wonder-Sänger (Fitz), der als Patient in einer psychiatrischen Klinik landet. An der Seite von Schauspielerkollegin Nora Tschirner soll er eine Gruppe einsamer Patienten durch seine Musik wieder glücklich machen. Geplanter Kinostart ist am 30. Oktober.

Für den Film „No Hit Wonder“ singen der Schulchor des Harthaer Gymnasiums und der Chor der Förderschule Rochlitz einen Song ein.

Döbelner Allgemeine Zeitung 23.09.2025