Rundgang durch den Landtag- eine Arbeit der neunten Klasse

In diesem Artikel wollen wir euch einen kleinen Einblick in unsere Führung durch den Landtag geben.

1. Saal der Sächsischen Pressekonferenz

Jeden Donnerstag um 10:00 Uhr finden dort Pressekonferenzen statt, in welchen die Journalisten Fragen stellen können und dann diese Informationen an die Medien weiterleiten können. Dieser Raum gilt als Übergang zwischen der Öffentlichkeit und dem Politikum.

2. Altbau und Neubau

Der 1931 eröffnete Altbau ist das Verwaltungsgebäude mit 400 Büros. Besonderheit ist ein 28 m hoher Turm. In diesem Turm befinden sich die Sitzungssäle der einzelnen Fraktionen. Je kleiner die Fraktion, desto weiter unten der Saal. Im Altbau befinden sich auch eine Kantine und eine Bibliothek, welche alle Fraktionsangehörigen ungehindert nutzen können. Im Jahr 1991 begann der Umbau. Der Altbau besteht aus Stein und der Neubau besteht aus Glas und Metall. Der Neubau ist zur Elbe gerichtet und weist einige maritime Eigenschaften auf, daher kommt auch der Name Elbflügel. Der Innenhof dient als Meditations- und Entspannungshof, in welchem unteranderem auch Bienenstöcke zu finden sind.

3. Lobby

Hier treffen sich die Abgeordneten und es gibt Interviews mit unter anderem dem MDR.

4. Plenarsaal

Der Plenarsaal ist rund gestaltet damit jeder sich sehen und hören kann. In ihm werden die Plenarsitzungen durchgeführt, die durchschnittlich 8-10 Stunden dauern. Sie beginnen 10:00 Uhr und werden ohne Pausen durchgeführt. Jede Plenarsitzung hat eine Tagesordnung die abgearbeitet werden muss. Die Abgeordnete können selbst entscheiden ob sie daran teilnehmen wollen oder nicht. Die Reden der einzelnen Abgeordneten werden in die Öffentlichkeit übertragen, wobei die Redezeit von der Fraktionsgröße abhängig ist. Zwischenfragen und Zwischenrufe sind hierbei erlaubt.

5. Abgeordnetengespräch

In unserem Gespräch unterhielten wir uns mit Geert Mackenroth von der CDU und mit Henning Homann von der SPD.

Herr Mackenroth studierte erst Jura in Schleswig-Holstein, bis er durch einige Zufälle in das Amt des Flüchtlings- und Migrationsbeauftragten in Sachsen kam. Er äußerte auf eine Frage hin auch Kritik an der jetzigen Flüchtlingspolitik, wie zum Beispiel, die unbekannten Einwanderer die sich in Deutschland aufhalten. Er meinte auch, dass die Einwohner Westdeutschlands das Thema eher gelassener sehen und man daran etwas ändern könnte. Auf die Frage wie er das in 10 Jahren sehen würde sagte er, dass sich diese Situation nicht wiederholen würde, vor allem nicht in diesem Ausmaß da die aufgekommen Probleme mittlerweile bekannt sind. Doch er war sich auch unsicher da die Probleme dauerhaft bestehen werden. Jemand fragte wie er die mögliche Aufhebung von Harz IV sieht. Herr Mackenroth war gegen eine Aufhebung, vor allem wenn man an alleinerziehende Eltern denkt. (Er meinte auch, dass die Regelsätze und Geldbeträge stetig überarbeitet werden.) Aber er will für die staatlich geleistete Hilfe auch Gegenleistung von den Beanspruchern sehen. Die letzte Frage war, was er von Extremismus hält. Er antwortete schnell, dass er "nix" von Extremismus (egal ob links oder rechts) hält, da er findet, dass man seine politische Meinung ohne Gewalt durchsetzen sollte.

Henning Homann ist Beauftragter für Arbeitsmarktpolitik und Kinder- und Jugendpolitik. Die erste Frage war,  was er für eine Haltung gegenüber einer 3. Geschlechteransprache hat. Er würde diese 3. Anredemöglichkeit mindestens im Personalausweis einführen. Auf die Frage wie man sich als Jugendlicher in der Politik beteiligen kann, begann er von seiner politisch motivierten Jugend zu berichten. Denn der Anfang seiner politischen Karriere begann in seiner Jugend, welche er in Döbeln verbrachte. Er gründete zum Beispiel eine Vereinigung für Jugendliche welche sich politisch engagieren wollten. Herr Homann meinte, dass die Jugendlichen sich auf kommunaler Ebene an den Themen die sie betreffen auch beteiligen sollten. Jemand wollte auch wissen wie der Tagesablauf eines Politikers verläuft. Daraufhin sagte er, dass er am Vormittag eher weniger zu erledigen hat und am Abend oft auf Empfängen auftritt. Doch man hat selten Freizeit, da man in diesem Beruf oft über die Arbeit berichten muss und schnell zwischen den Themen hin und her springen muss. Auf die Frage hin, wie viel ein Politiker denn verdienen würde, äußerten sich beide eher verhalten. Herr Mackenroth meinte dann, dass man als Politiker ungefähr so viel verdient wie ein Oberstudienrat oder ein Schuldirektor. Doch in diesem Beruf kommt es auch oft zu Bestechungsversuchen - welche illegal sind. Aber beide waren sich einig, dass man diesen Beruf bezahlen sollte, weil sonst würde die Politik nur von "reichen Rentner" bestimmt werden. Herr Homann sagte, dass es für ihn wichtig sei, dass Politiker gemischte Alter haben sollten. Also ältere und jüngere sollen sich beteiligen. Bei der letzten Frage handelte es sich um den Lehrermangel an sächsischen Schulen. Vorhaben zu diesem Thema, sind zum Beispiel die Lehrer mit Geldern zu verpflichten. Doch das Problem ist, es gibt genügend freie Stellen und auch Gelder sind vorhanden, nur die angehenden Lehrer die sich noch im Studium befinden, fehlen. 

Abschließend ist zu sagen, dass es für uns alle ein sehr interessanter und informativer Tag, am sächsischen Landtag in Dresden, war.

Bericht von Liz Burghardt und Gwendolin Nagel