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Von Sylvia Jentzsch
Hartha/Leisnig
Wer mit dem 16-jährigen Damian Tappert ins Gespräch kommt, hat das Gefühl, mit einem jungen Wissenschaftler zu reden. Nicht, weil der Jugendliche so tut als ob, sondern weil er sich sehr tiefgründig mit den Dingen, die ihn interessieren, beschäftigt und seine Erkenntnisse sehr bildhaft und verständlich wiedergeben kann. Damian besucht die elfte Klasse des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha und hat die Leistungskurse Mathematik und Biologie gewählt.
Langer und intensiver Weg bis zur Facharbeit
Seine Leidenschaft gehört unter anderem der Informatik. Das war auch ausschlaggebend für das Thema seiner Facharbeit der 10. Klasse. Er widmet sich der Gamification von Lerninhalten und entwickelte ein Spiel in der Programmiersprache Python. Dabei geht es um die Binärdarstellung von Zahlen. „Eine Zahl in das Binärsystem umwandeln bedeutet, sie als eine Folge von Nullen und Einsen darzustellen, die Zweierpotenzen darstellen“, erklärte Damian Tappert wie selbstverständlich.
Er habe lange überlegt, womit er sich in seiner Facharbeit befassen will. „Dazu habe ich auch mit meinem Vater gesprochen, der Informatiker ist“, so Damian Tappert. Ihm ist es ein großes Anliegen, Schülern Lerninhalte spielerisch beizubringen. Der Fachbegriff dafür heißt Gamification. Er selbst nutzt diese Möglichkeit, um sich Wissen anzueignen. Wenn ihn etwas interessiert, er mehr wissen will, dann greift er auch oft zum Buch. Er habe sich auch mit verschiedenen Lernmethoden befasst, um herauszufinden, wie er besser, effektiver lernen kann. Das Wissen nutzt er nicht nur für sich. „Es macht mir viel Spaß, anderen zu zeigen, wie man einfacher lernen kann“, so Damian Tappert. Er hat für verschiedene Fächer unterschiedliche Methoden.
„Um die Themen im Unterricht besser verstehen zu können, beschäftige ich mich noch einmal zu Hause damit und eigne mir ein Mehrwissen an. Wichtig ist, die Grundlagen zu verstehen, zu wissen, wie etwas funktioniert“, sagte der 16-Jährige.
Mit seiner Facharbeit ist es ihm gelungen, sein Wissen zu Lernmethoden und im Bereich der Informatik zu verbinden und ein Spiel zu programmieren, mithilfe dessen es den Anwendern leichter fällt, Zahlen in die Binärdarstellung zu bringen.
„Mir war auch immer wichtig, dass der Benutzer meines Spieles Spaß bei der Anwendung hat“, sagte der Gymnasiast. Er sei froh gewesen, dass seine Idee bei seinem Informatiklehrer Frederic Ringsleben Zuspruch fand und dieser als Mentor fungierte.
Spielerische Zerlegung von Zahlen
Und so begann ein Prozess, in dem es Fortschritte, Rückschläge und neue Erkenntnisse gab. Mehrere Versionen des Spiels entstanden. „Mein Spiel sollte einen Modus zum Üben, eine Lösungsfindung auf Zeit und einen Modus mit Zeiterfassung haben, wann der erste Fehler passiert. Das Ganze wird dann in einer Rangliste erfasst. So wird der Spaß und der Wille entwickelt, sich selbst zu übertreffen“, sagte Damian Tappert. Das musste alles im Hauptmenü untergebracht werden. Sein Wissen zur Computersprache Python eignete er sich in Online-Kursen an.
„Die Idee des Python-Spiels und die wissenschaftliche Ausarbeitung sind nahezu vollständig der alleinigen Initiative des Schülers ausgegangen“, so Frederic Ringsleben. Die Auszeichnung mit dem Dr. Hans Riegel-Preis würdige die herausragende Einzelleistung.
Damian Tappert setzte sich in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld durch. Insgesamt wurden 107 Facharbeiten aus den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik eingereicht, von denen nur 17 Schüler ausgezeichnet wurden. Damian Tappert belegte den dritten Platz im Fachgebiet Informatik.
Seine Arbeit reichte er auf Hinweis seiner Klassenleiterin ein. „Ich wusste, dass ich nichts verlieren kann. Daran gedacht, einen Preis zu bekommen, habe ich nicht. Aber die Freude darüber war riesig“, so der 16-Jährige. Glückwünsche habe er von seinen Mitschülern und Lehrern erhalten.
Im Kreis der junger Naturwissenschaftler
Der Dr. Hans Riegel-Preis wird von der gleichnamigen Stiftung gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden vergeben. Künftig ist Damian Tappert in einem Kreis von jungen Wissenschaftlern aufgenommen, die durch Workshops weiter gefördert werden. Darauf freut er sich schon sehr.
„Die Entwicklung des Spiels hat mir persönlich etwas gebracht. Ich habe mein Wissen erweitert“, so der Elftklässler. Er weiß noch nicht, ob er seine berufliche Laufbahn in der Informatik sieht. Vorstellbar wäre auch ein Studium der Psychologie. „Ich lese darüber gern Fachliteratur, um mehr zu erfahren, wie Menschen denken und handeln“, sagte Damian Tappert.
Als Sportler unterwegs
Wer annimmt, dass der Jugendliche nur hinter Büchern und dem Computer sitzt, hat sich getäuscht. Sport, vor allem das Laufen, spielt bei dem Leisniger eine große Rolle. Gemeinsam mit seiner Mutter hat Damian Tappert schon an 10-Kilometer-Läufen teilgenommen.
Bild: Der Leisniger belegte den dritten Platz in Sachsen. Bei seiner Arbeit geht es um effektives und spielerisches Lernen.
Döbelner Anzeiger, 29.12.2026