Schüler lernen Umgang mit sozialen Netzwerken

Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c des Harthaer Martin-Luther-Gymnasiums haben ein Funktelefon, bei den allermeisten ist es ein Smartphone. „Ich mache Spiele damit oder schaue Filme auf Youtube“, sagt Zippora Kaiser (11) aus Colditz, wie sie das Gerät in ihrer Freizeit nutzt, außer damit zu telefonieren. „Ich bin damit bei WhatsApp unterwegs und auch auf Youtube“, verrät ihre Freundin Nina Hofmann (11) aus Waldheim. Die Eltern wissen über die Nutzung bescheid, beide hätten ihre Smartphones bereits in der vierten Klasse bekommen.

Doch kennen die Fünftklässler auch die Tücken, die der Umgang mit solch modernen Telefonen mit sich bringen kann? Und reagieren die Schüler richtig bei Problemfällen? Damit das gelingt, gibt es für alle drei fünften Klassen am Gymnasium Hartha mit ihren insgesamt rund 65 Schülern gerade Projekttage zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken. Der Energiedienstleister EnviaM unterstützt die Initiative „Social Web macht Schule“ und die Agentur Queo realisiert das Projekt vor Ort.

„Zu Beginn befassen wir uns mit solchen Themen wie Privatsphäre und Datenschutz. So hat zum Beispiel jeder auf einem Blatt Papier sein persönliches Profil erstellt. Das haben wir dann auf einer Wäscheleine ausgehängt, verbunden mit der Frage: Was will eigentlich wirklich jeder von sich öffentlich preis geben?“, erklärt Hendrik Pigola, der bei der Agentur Queo seinen Bundesfreiwilligendienst absolviert und gerade in Hartha mit den Fünftklässlern arbeitet. Mit im Projektteam von Queo ist auch Corinna Drexler. Sie absolviert den Masterstudiengang Angewandte Medienforschung und kennt sich gut aus in den sozialen Netzwerken.

Die Schüler treffen zudem eine Kommunikationsvereinbarung, das heißt, wie sie sprachlich und inhaltlich miteinander im Netz umgehen. „Eine wichtige Rolle spielt das Thema Cybermobbing. Wir sehen uns dazu einen Kurzfilm an, sprechen dann offen über die verschiedenen Rollen und arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern heraus, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält“, erklärt Corinna Drexler. Zudem erhalten Eltern und Lehrer Handlungsempfehlungen für potenzielle Problemsituationen. Die beiden Queo-Akteure bestätigen, dass es vor allem sinnvoll ist, in den dritten bis fünften Klassen solche Projekte zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken anzubieten. Hendrik Pigola: „Da ist die Umgangsweise noch nicht ganz so gefestigt. Die Kinder sind offener dafür, den richtigen Umgang zu lernen .“

Corinna Drexler und Hendrik Pigola von der Agentur Queo (hinten Mitte) absolvieren gerade am Harthaer Gymnasium Projekttage mit den fünften Klassen zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken. Foto: Sven Bartsch

Döbelner Allgemeine Zeitung 08.06.2018