Teilsieg in Hartha: Schulessen wird neu ausgeschrieben

Der Landrat lenkt im Streit mit dem Harthaer Gymnasium ein.

Landrat Sven Krüger lenkt beim Thema Schulessen am Martin-Luther-Gymnasium in Hartha ein und drückt bei der Ausschreibung auf den Reset-Knopf.

Die Frage, welcher Anbieter künftig die Essensversorgung am Gymnasium Hartha in welcher Form übernimmt, soll noch einmal ganz von vorn beantwortet und ein neues Vergabeverfahren für einen künftigen Essensanbieter gestartet werden. Das erklärte Landrat Sven Krüger am Mittwoch im Kreistag.

Hintergrund ist massiver Widerstand von Schülern, Eltern und Lehrern, die mit der Ausschreibung nicht einverstanden waren und zudem nicht beteiligt wurden. Vor allem aber will man am Harthaer Gymnasium keinen neuen Essensanbieter, sondern den jetzigen Anbieter, die DLS Dienstleistungs- und Service GmbH aus Radeberg, behalten.

Die Vergabe wurde nach dem Widerstand aus Hartha zweimal im zuständigen Ausschuss abgelehnt. Zuletzt fiel der Vergabebeschluss für den bei einer Ausschreibung ermittelten neuen Essensanbieter am Montag bei einer Sondersitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Kreistages erneut durch.

Der Landrat musste aus vergaberechtlichen Gründen gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen. Theoretisch müsste dann der Kreistag in vier Wochen in einer Sondersitzung über die Sachlage neu entscheiden. Das hat der Landrat mit seiner Entscheidung nun abgeblasen.

„Wir haben gelernt und werden dieses und auch künftige Verfahren der Essensversorgung völlig neu gestalten. Wir werden uns gleich nach den Osterferien mit der Schule zusammensetzen“, betont Landrat Sven Krüger. Ziel sei, eine Lösung im Interesse der Einrichtung zu finden, die den rechtlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung trägt.

Im Oktober soll es einen neuen Vertrag mit einem Essensanbieter geben. Der ursprüngliche Plan war eigentlich der Start der neuen Vereinbarung nach den Sommerferien mit einer Laufzeit von vier Jahren.

„Wir versuchen bis Oktober, eine gute Übergangsregelung zu finden. Parallel laufen die Planungen für eine generelle bauliche Verbesserung der Mensa am Gymnasium Hartha“, versprach Krüger.

Kritisiert wurde vonseiten der Schüler, Eltern und Lehrer, dass es beim Schulessen in Hartha ab Sommer einen herben Rückschritt in uralte Zeiten geben sollte.

Seit 2019 bietet DLS in Hartha modernes Schulessen in Buffetform, mit vor Ort frisch zubereiteten Komponenten an. Nach der Neuausschreibung sollte das Essen nach dem Willen des Landratsamtes Mittelsachsen künftig wieder nachts vorgekocht und morgens in Warmhaltebehältern angeliefert werden, um es in einer reinen Ausgabeküche den Schülern auf die Teller zu portionieren. Die Essensausgabe in Buffetform, die auch Schlangestehen spart, wäre Geschichte. DLS konnte sich mit seinem moderneren System aufgrund der Ausschreibungsvorgaben gar nicht bewerben.

Die Rücknahme der Ausschreibung und die geplante Neuausschreibung der Essensversorgung am MLG in Hartha sind aber nur ein Teilsieg. Denn das Landratsamt hält an seiner Einschätzung fest, dass ein Kochbetrieb im Gymnasium Hartha baurechtlich nicht zulässig sei.

Dieser Fakt werde bei der neuen Ausschreibung erneut einfließen. Warum das Fertigkochen von Beilagen vor Ort in den vergangenen sieben Jahren für die Behörden kein Problem gewesen ist, bleibt dabei offen.

„Der Weg ist das Ziel, und ich bin mir sicher, dass im Herbst mit dem neuen Ausschreibungsverfahren und der rechtzeitigen Einbeziehung aller Beteiligten ein gutes Ergebnis vorliegen wird“, erklärt der Landrat abschließend.

Von Thomas Sparrer

Bild: Leonora Buda (l.) und Jasmin Günther aus der 9. Klasse schwören auf das Buffetessen am Martin-Luther-Gymnasium oder die frisch zubereiteten Wraps aus dem Schulshop.

Foto: Sven Bartsch

Döbelner Allgemeine Zeitung 4./5. 04.2026