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Beim Workshop am Harthaer Gymnasium werden die Schüler für den Wert und den richtigen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert. Einige von ihnen haben nun einen Plan.
Jedes Lebensmittel hat einen Lieblingsplatz. Und wenn es diesen bekommt, dann bleibt es länger frisch. „So verderben weniger Lebensmittel, es wird weniger weggeworfen, und es kann Geld gespart werden“, erklärt Bildungsreferentin Franziska Groß von „Restlos glücklich“. Der Berliner Verein macht sich seit Jahren für die Lebensmittelwertschätzung und klimaverträgliche Ernährung stark.
Die Sache mit dem Lieblingsplatz für Lebensmittel fanden die Schüler der achten Klasse des Martin-Luther-Gymnasiums cool. Sie erfuhren, dass Brot und Brötchen in einen Brotkasten und Öl sowie Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch in ein sogenanntes Dunkelfach gehören. Auch die Informationen, wo sich die „Wohlfühlzonen“ von Lebensmitteln im Kühlschrank befinden, stießen auf großes Interesse.
Deshalb plant auch Achtklässlerin Luana, in der nächsten Woche den Kühlschrank zu Hause umzusortieren. Allerdings müsse sie da erst mit der Familie sprechen, ob das gewollt ist. Um allen die Umstellung zu erleichtern, will Luana einen Plan erstellen, auf dem ersichtlich ist, was in welches Fach gehört.
Auch Ella hat sich nach dem Workshop mit Franziska Groß vorgenommen, weniger Lebensmittel zu verschwenden und den Kühlschrank daheim auf Vordermann zu bringen. Sie plant das allerdings im Zeitraum bis Weihnachten. Denn es gebe ein paar Hürden zu nehmen. Dazu gehören der Platz und die verschiedenen Meinungen der Familienmitglieder. Das Vorhaben könne nur umgesetzt werden, wenn alle miteinander kommunizieren und mitmachen.
Doch wo befinden sich die „Wohlfühlzonen“ für die Lebensmittel im Kühlschrank? Obst und Gemüse gehören laut der Bildungsreferentin in die dafür vorgesehenen Fächer, in denen eine Temperatur von etwa 11 Grad herrschen sollte.
„Mit drei Grad am kältesten ist es im Kühlschrank im unteren Fach. Dort sollten Wurst, Fisch und Fleisch gelagert werden. Im mittleren Fach fühlen sich Beeren, Milchprodukte und Eier wohl. Und ganz oben haben Käse und Essensreste ihren Lieblingsplatz“, so Franziska Groß. Damit sich das niemand merken muss, erhalten die Schüler ein Informationskärtchen.
„Wir wollen bei den Konsumenten von morgen ein stärkeres Bewusstsein für den Wert unserer Nahrung zu schaffen. Weniger Lebensmittelverschwendung heißt auch weniger Abfall“, so Anne-Marie Reupert von der EKM Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH. Diese hat den Vortrag rund um das Thema Lebensmittelverschwendung organisiert.
Außerdem unterstützt die EKM Schulen und Bildungseinrichtungen mit pädagogischem Material und Angeboten rund um die Themen Lebensmittelwertschätzung, Abfallentsorgung und Abfallvermeidung. „Ein Beispiel dafür ist ein illustriertes Plakat zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln im Kühlschrank, das als anschauliches Arbeitsmittel im Unterricht eingesetzt werden kann. Es steht sowohl in gedruckter Form als auch digital über die Website der EKM zur Verfügung“, so Anne-Marie Reupert.
„Der EKM geht zum einen um die Lebensmittel und zum anderen um die Abfallvermeidung. Franziska Groß hat an Beispielen gezeigt, dass auch Dinge, die sonst vielleicht im Abfall landen, noch zu verwerten sind“, so Thomas Granz, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft.
Ein Beispiel dafür sei das Grün an frischen Möhren. Das muss nicht auf dem Kompost landen oder als Futter für Tiere verwendet werden. „Man kann davon auch ein leckeres Pesto herstellen“, so Franziska Groß.
Sie verwies auch auf das Portal „Restgourmet“ für eine kreative Resteverwertung. Bei diesem Portal können die Zutaten eingegeben werden, die vorhanden sind und die App findet passende Rezepte. Auch das fanden die Schüler spannend.
Und sie werden künftig nicht mehr mit „leerem Magen“ einkaufen gehen. Auch das haben sie gelernt, weil in dem Fall mehr Lebensmittel im Einkaufskorb landen als benötigt werden. Ein Einkaufszettel hilft ebenfalls unnötige Käufe zu vermeiden.
Von Sylvia Jentzsch
DA , vom 6.10.2025
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