Weisheit verlässt Hartha – Ein süßer Abschied vom Gymnasium

Schokolade und Süßigkeiten – das liebt Lothar Weisheit. Und seinen Beruf als Lehrer und als Leiter des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha. Doch davon heißt es jetzt Abschied nehmen.

Lothar Weisheit liebt seine moderne Schule mit der Hartharena und dem Stadion sowie der Bushaltestelle vor der Tür. Zum Schuljahresende wechselt er in den Ruhestand. Quelle: Thomas Sparrer

Hartha

Schokolade und Süßigkeiten – das liebt Lothar Weisheit. Und seinen Beruf als Lehrer und als Leiter des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha. Deshalb lädt er am Freitag seine Kollegen in die Chocolaterie in Wermsdorf ein, zu einem süßen Abschied.

Die Zahl 13 begleitet den 62-Jährigen durch sein Berufsleben. Gemeinsam mit seiner Frau verschlug es den gebürtigen Thüringer nach dem Pädagogik-Studium in den Leipziger Südraum. 13 Jahre lang arbeitete er in Borna an der Karl-Marx-Oberschule. Danach baute er nach der politischen Wende das Pestalozzi-Gymnasium in Borna mit auf und leitete es 13 Jahre lang, bevor sinkende Schülerzahlen auch in Borna dafür sorgten, dass eines von zwei Gymnasien schließen musste. So kam Lothar Weisheit vor 13 Jahren als Schulleiter ans Martin-Luther-Gymnasium Hartha. „Es war eine tolle Zeit hier. Ich möchte keinen Tag missen“, sagt der Schulleiter. Besonders schätzte er das sehr stabile Lehrerkollegium aus 50 bis 60 Kollegen. Erst in den letzten Jahren kamen erste Kollegen ins Ruhestandsalter und junge Lehrer stießen zum Kollegium. In den nächsten Jahren wird sich die Lehrerschaft am Martin-Luther-Gymnasium komplett verjüngen. Lothar Weisheit galt als diplomatischer Schulleiter, der Kompromisse suchte, statt Entscheidungen einfach nur durchzudrücken. „Er war immer ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Und er hat unsere Stadt in den letzten Jahren mit geprägt“, sagt Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). „Ich bin oft mit meinen Ideen zu ihm gekommen und mit seinen noch besseren Ideen wieder von ihm gegangen“, sagt Ronald Kunze lachend. „Das ist Diplomatie“, sagt Lothar Weisheit und lacht mit ihm. Die Zusammenarbeit des Gymnasiums mit der Stadt Hartha und den Unternehmen der Region hat sich in den letzten Jahren nachhaltig und gut entwickelt. Im zweiten Anlauf kommt jetzt zum Beispiel ein vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft unterstütztes Projekt in die Gänge, bei dem Schüler und Wissenschaftler des Kurt-Schwabe-Institutes Meinsberg praktisch zusammenarbeiten, um Schüler nicht zuletzt auch für ein duales Studium in der Region zu begeistern.

„Die Region hat viel Potenzial. Das sehe ich auch daran, dass viele unsere Abiturienten in Sachsen studieren und in der Region bleiben“, sagt Lothar Weisheit. Im aktuellen Abiturjahrgang, der vergangenes Wochenende Abiball feierte, haben 57 von 60 Schülern das Abitur geschafft. Der Abiturdurchschnitt lag dieses Jahr bei 2,34. Die besten Abiturienten des Jahrgangs sind Theresa Gärtig und Johanna Schmidt mit 1,3 sowie Klara Undine Weise mit 1,4 und Saskia Sophie Kriegel mit 1,5. Den 57 Abiturienten des Jahrgangs folgen im neuen Schuljahr 81 angemeldete neue Fünftklässler. Die Schule hat guten Zulauf. Aktuell lernen hier 566 Schüler in 24 Klassen. Gern hätte Lothar Weisheit noch die neue hochmoderne Aula im vierten Stock eingeweiht. Die ist schon länger geplant. 2020 soll nun Baustart sein. „Vielleicht werde ich ja zur Einweihung eingeladen“, sagt er schmunzelnd. Nach Lehrer-, Schülerkonferenzen und dem ersten Elternabend der neuen Fünfer bereitet Lothar Weisheit in der ersten Ferienwoche noch das neue Schuljahr mit vor. Erst dann fährt er zum letzten Mal die 40 Kilometer nach Hause in Frohburg.

Für seinen Ruhestand hat er keine großen Pläne gemacht. Auf was er sich freut: kein Wecker, kein Handy, keine Termine. Er will sich mit Pilates, Fahrradfahren und in einem Freizeitteam mit Volleyball fit halten, um auch weiter seiner Leidenschaft für Schokolade und Süßigkeiten frönen zu können und trotzdem 101 Jahre alt zu werden.

Seine Nachfolgerin in Hartha wird Heike Geisler (50), bisher stellvertretende Schulleiterin am Lessing-Gymnasium Döbeln. Sie tritt ab 1. August ihren Dienst in Hartha an.

Von Thomas Sparrer

Bilder: Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (l., parteilos) dankte Lothar Weisheit für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Martin-Luther-Gymnasium und der Stadt Hartha. Ausblick vom Dach: Schulleiter Lothar Weisheit weiß um die exponierte Lage des modernen Martin-Luther-Gymnasiums mit der Nachbarschaft zur Hartharena und dem Pierburg-Stadion. Nächstes Jahr wird im vierten Stock noch eine moderne Aula gebaut. Quelle: Thomas Sparrer

Döbelner Allgemeine Zeitung, 26.06. 2019