Wie sicher sind Schüler im Straßenverkehr? Am Mittwoch fand die Fahrradprüfung am MLG statt.

Schulterblick, Arm ausstrecken und los: Am Martin-Luther-Gymnasium in Hartha absolvierten drei sechste Klassen ihre Fahrradprüfung. Dabei war vor allem das Geschick der Kinder gefragt. Und es stellte sich heraus, dass nicht alle von ihnen im Radfahren geübt sind. Bevor die Kinder die Fahrradprüfung ablegten, erklärte ihnen Andy Weiß von der VB Service GmbH Döbeln im Auftrag des ADAC in der Theorie alles über Sicherheit im Straßenverkehr. Danach konnten sie in die Prüfung auf zwei Rädern starten. Zu Anfang mussten sie über ein Brett fahren, dann über einen mit Klötzen abgesteckten engen Weg, während der Fahrt eine Kette nehmen und einmal im Kreis radeln und am Ende bremsen ohne die Stange von zwei Verkehrshüten abzuwerfen. Das hört sich nicht nur schwer an, sondern erwies sich auch als echte Herausforderung für die Schüler. Bei jedem Durchlauf hörte man von allen Seiten Geschepper. Viele Kinder warfen die Klötze um, verloren das Gleichgewicht, als sie im Kreis mit der Kette fuhren oder stießen am Ende gar die Stange an, so dass sie herunterfiel.

„Diese Prüfung dient dazu die Kinder darauf aufmerksam zu machen, was sie nicht gut können. Wer die Kette im Parkour verliert, kann das Gleichgewicht nicht halten. Das ist beim Arm ausstrecken, um die Richtung anzugeben, aber essenziell“, erklärte Weiß. Wie bei der theoretischen Führerscheinprüfung, erhielten die Kinder auch dort Fehlerpunkte. „Viele Kinder wissen nicht wie sie sich im Straßenverkehr verhalten sollen. In dem Alter sind sie oftmals noch zu impulsiv“, sagte Lehrerin Anja Krußig. Darum sei es auch wichtig, dass die Fahrradprüfung mit dem Theorieteil „Achtung Auto“ an der Schule angeboten werde. „Im Verhältnis zu unserer Schüleranzahl kommen sehr wenige mit dem Fahrrad“, weiß Krußig. Im Fahrradrondell stünden oftmals nur 20 bis 30 Fahrräder, während 600 Schüler auf das Martin-Luther-Gymnasium gehen. „Viele Eltern bringen ihre Kinder zudem zur Schule, was natürlich auch damit zusammenhängt, dass sie weiter weg leben. Darum kommen sie vielleicht nicht mal dazu viel Fahrrad zu fahren“, sagte die Englisch- und Französischlehrerin. „Je dörflicher es wird, desto besser fahren die Kinder“, erzählte Weiß. Kinder die in Großstädten wie Chemnitz lebten, fielen bei der Prüfung öfter durch.

Helena fährt gerne mit ihrem Fahrrad durch den Ort, in dem sie lebt. „Zwar kommt das nicht so oft vor, aber wenn ich fahre, dann bin ich lange unterwegs“, erzählte die Zehnjährige. Mit nur sechs Fehlerpunkten ist sie die beste unter den Mädchen aus der 6c. Geschickt und mit Bedacht meisterte sie den Parkour. Ihr machte der Vormittag Spaß. „Wir haben das ja schonmal in der Grundschule gemacht, aber hier ist es besser, weil es abwechslungsreicher ist“, so die Schülerin. Von Nicole Grziwa

Bild: Während des Parcours war das Geschick der Kinder gefragt. Foto: Sven Bartsch

Döbelner Allgemeine Zeitung, 05.09.2019