Wie verschiedene Schulen prima zusammenarbeiten

16.11.2025 |

Das Harthaer Gymnasium und die Regenbogenschule setzen gemeinsam Projekte um. Dabei entstehen ein Theaterstück und Trickfilme.

Von Jens Hoyer

Eine Gruppe junger Leute sitzt auf dem Fußboden im TiB, dem kleinen Saal des Döbelner Theaters, und lässt Papierschiffchen schwimmen. Die sind auf einem großen blauen Tuch festgesteckt, das mal mehr oder weniger Wellen schlägt, untermalt von Wasserplätschern und Wellenrauschen, das mit Reiskörnern erzeugt wird. Kira Wladarz sitzt vor der Gruppe und gibt Regieanweisungen.

Die Theaterpädagogin leitet ein Projekt, das junge Leute aus dem Harthaer Gymnasium mit geistig beeinträchtigten Schülern der Regenbogenschule zusammenbringt. Sie haben diese Woche ein kleines Theaterstück entwickelt und eingeübt. „Einen Titel hat es noch nicht“, sagt die Theaterpädagogin. Eine Handlung schon. Es geht um das Thema Wasser. Und das aus gutem Grund.

Wasser, Schiffe, Flaschenpost

Wasser ist nämlich das Jahresthema in der Regenbogenschule. Um das nasse Element haben Schüler und Pädagogin eine Geschichte mit einem Schiffsbruch, Unterwasserwelten, Auseinanderdriften und Wiederzusammenkommen erfunden. „Zum Schluss schicken alle ihre Wünsche mit der Flaschenpost weg“, so Kira Wladarz. Fünf Gymnasiasten der 9. Klasse und sechs Schüler der Regenbogenschule spielen mit. An diesem Freitag wird das etwa 15-minütige Stück dreimal aufgeführt. Die Vorstellung um 17 Uhr ist öffentlich und kostenlos, so Kira Wladarz.

Nach der Vorstellung werden auch die Ergebnisse eines anderen Projektes gezeigt. In Hartha nehmen andere Gymnasiasten zusammen mit Förderschülern Trickfilme mit selbst ausgedachten Geschichten und selbst angefertigten Figuren auf.

Zwei Schulen arbeiten seit Jahren zusammen

„Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mit einen Handicap integriert werden und was dabei herauskommt”, sagte Anett Weichhardt, Lehrerin am Gymnasium. Beim Projekt „Genialsozial“ arbeiten Gymnasium und Förderschule schon seit einigen Jahren zusammen. Neuntklässler des Gymnasiums helfen in dieser Woche auch als Unterrichtsassistenten in der Förderschule. Andere gehen in Altenheime, integrative Horts und Kitas. „Sie schnuppern in soziale Berufsfelder“, so Anett Weichhardt.

„Das gemeinsame Projekt zwischen Regenbogenschule und Harthaer Gymnasium erfreut sich schon seit einigen Jahren großer Beliebtheit“, sagte Tilo Wätzig, pädagogische Fachkraft an der Regenbogenschule, der bei den Theaterproben dabei war. „Für die Eltern ist es eine schöne Sache, weil sie sehen, was ihre Kinder leisten können. Und für die Kinder ist es eine Herausforderung und gut für ihr Selbstvertrauen. Sie können damit ihre Fähigkeiten stärken und ausbauen.“

DAZ, 14.11.2025