Zukunftstag in Hartha: So funktioniert das wahre Leben

Experten bereiten Elftklässler auf das Leben nach dem Abitur vor.

Von Sylvia Jentzsch

Der Zukunftstag für die 11. Klassen des Martin-Luther-Gymnasiums war ein Crashkurs fürs Leben. Innerhalb eines Schultages brachte das Team der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung (IWJB) gemeinsam mit Referenten aus der Region Schülern alltagspraktisches Wissen in den Bereichen Steuern, Wohnen, Berufsstart und Finanzen bei.

All das sind Themen, mit denen sich jeder beim Start ins Erwachsenenleben beschäftigen muss. Im Schulalltag bleibt dafür selten Zeit.

Im Jahr 2023 hat es den Zukunftstag am Martin-Luther-Gymnasium zum ersten Mal gegeben. Weil der wegen seiner Praxisnähe bei den Jugendlichen gut ankommt, organisiert ihn Beratungslehrerin Anja Krußig immer wieder.

Für den Bereich Finanzen wurde Ariane Siegel von der Sparkasse Döbeln als Referentin gewonnen. Sie behandelte unter anderem die Themenfelder Kredite, Investitionen und private Vorsorge.

„Wir haben unter anderem darüber gesprochen, welche Kredite sinnvoll sind. Denn es gibt Investitionen in die Zukunft, die sinnvoll sind. Dazu gehört etwa die Anschaffung eines Autos, um zur Arbeit zu kommen“, so die Finanzexpertin. Allerdings sollte überlegt gehandelt werden, was für ein Fahrzeug angeschafft wird. Das zum Präsentieren sollte es nicht sein.

Weniger interessiert zeigten sich die jungen Leute am Thema Bitcoin. „In diesem Bereich herrscht viel Unsicherheit, weil die Währung nicht greifbar ist“, so Ariane Siegel. Erstaunt war sie hingegen, dass die Jugendlichen die Rente thematisierten. „Sie wissen, was der Generationenvertrag bedeutet, und machen sich Gedanken, wie sie sich für die Zukunft privat so absichern, dass sie später auch gut leben können“, sagte Ariane Siegel.

Zum Thema Wohnen gab es Tipps von der Geschäftsführerin der MS Immobilien und Verwaltungs GmbH in Waldheim, Natalie Zechel. „Bevor ihr auf Wohnungssuche geht, solltet ihr euch zuerst Gedanken machen, was euch besonders wichtig ist, und ein Budget festlegen. Die Wohnkosten sollten pro Monat nicht höher als 30 bis 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens sein“, so die Immobilienkauffrau.

Sie erklärte den Unterschied zwischen Warm- und Kaltmiete und welche zusätzlichen Kosten einzukalkulieren sind.

Hinweise gab es ebenso dazu, was zu beachten ist, wenn eine Wohnung übernommen wird, und was es mit dem Übergabeprotokoll auf sich hat. Natalie Zechel spickte ihre Informationen mit Beispielen aus dem Alltag. Das kam bei den Schülern so gut an, dass sie zum Abschluss Applaus spendeten.

Döbelner Anzeiger, 20.04.2026

Bild: Ariane Siegel, Ausbilderin der Sparkasse Döbeln, referierte beim Zukunftstag am Martin-Luther-Gymnasium über Finanzen. Foto: weidler_lu